„Nonsense“-Highway
Mäßiger Fünf-Ringe-Enthusiasmus in Vancouver
Vancouver (isk): Ein Blick nach Kanada, ein Blick nach Vancouver. Dort werden am 12. Februar die Olympischen Winterspiele beginnen und zwei Wochen später enden. Die Züge der neuen Canada Line, die Downtown Vancouver mit dem Flughafen und Richmond im Süden verbindet, sind gut ausgelastet. Trotzdem schimpfen einige, dass dieses Geld (immerhin rund 1,3 Milliarden Euro) für andere Projekte besser angelegt sei. Auch der neue Highway „Sea to Sky“ ins Ski-Depot Whistler (400 Millionen Euro) sei bloß für die 17 olympischen Tage sinnvoll – und damit „Nonsense“ (The Globe and Mail). Alles also nur Anti-Olympioniken an der kanadischen Westküste? Natürlich auch viele Befürworter, und das kritische Beäugen gehörte bislang zu allen Olympischen Spielen, spätestens nach der ersten Goldmedaille für die Gastgeber rücken sie dann in den Hintergrund.. Dann ziehen die Olympics (fast) alle in ihren Bann. Wahrscheinlich jedenfalls.
Den ausländischen Ankömmlingen am Airport schlägt jedenfalls nicht gerade der große Enthusiasmus entgegen. So präsentierte sich Vancouver auch vor Jahresfrist bei den Test-Wettkämpfen auf Eis und Schnee. Und damals war es viel kälter, echt winterlich sogar. Ein paar gesperrte Straßen, die Olympic Lane (gerne von Radfahrern benutzt) und Fähnchen weisen auf das Großereignis hin. In der City nehmen die Dekorationen im Olympia-Design vorsichtig zu, sind gewaltige Umleitungen zu befolgen. Gelb gekleidete Menschen halten Schilder mit Stop und Slow in die Höhe, die zahlreichen offiziellen Autos des GM-Fuhrparks (fast unvorstellbar, dass sich außerhalb von Vancouver noch ein Modell dieser Marke findet…) sind im offiziellen Design lackiert, rollen aber – noch – meist ohne Passagiere durch die Gegend. Wahrscheinlich üben die Chauffeure den bevorstehenden Ernstfall. Ein Blatt kündigt gar „Street Games“ an, weil der öffentliche Nahverkehr, trotz der Canada Line, hoffnungslos überfordert sein dürfte.



















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