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"Dummheit ist ein gutes Ruhekissen."

EGON FRIEDELL
''Traurige Beobachtungen', in: Die Schaubühne, siebter Jahrgang, erster Band (Berlin 1911, Seite 222)

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21. Mai 08

Von Treppenwitz bis Sauregurkenzeit

Gutknecht_2 Wir kennen sie alle, die Dampfplauderer und Dummschwätzer, Klatschbasen und Schnatterliesen, die ohne Punkt und Komma daherreden, ohne auch nur ein einziges Mal über den Sinn dessen nachzudenken, was sie da eben gesagt haben. Seien wir doch mal ehrlich: Wer weiß schon, wovon er im eigentlichen Sinne spricht, wenn er Worte oder Begriffe verwendet, die im Lauf der Geschichte ihre Bedeutung so sehr geändert haben, dass ihr Gebrauch unangemessen oder gar falsch geworden ist?

Christoph Gutknecht hat sich in seinem Buch Von Treppenwitz bis Sauregurkenzeit (Verlag C. H. Beck) ebensolcher Begriffe angenommen, der "verrücktesten Wörter im Deutschen", wie es im Untertitel heißt. Um es noch einmal deutlich zu machen: Dem Professor für Englische Philologie und Linguistik ist es dabei keineswegs darum zu tun, besonders wundersame oder etymologisch kaum herzuleitende Begriffe darzustellen; vielmehr behandelt Gutknecht in seiner Untersuchung ausschließlich solche Wörter, die ihrer ursprünglichen Bedeutung verlustig gegangen und quasi wie ein Möbelstück ver-rückt worden sind.

Dass Gutknecht vornehmlich Politikern und Journalisten aufs Maul schaut, liegt durchaus auf der Hand. Da nämlich diese beiden Berufsgruppen den allgemeinen Sprachgebrauch quasi von Amts wegen in besonderem Maße prägen, sollten gerade sie, die Journalisten und Politiker, ausgesprochen sorgsam mit der Sprache umgehen. Nur leider tun sie das nicht immer, wie Gutknecht mit Hilfe zahlreicher Quellen ein ums andere Mal zu beweisen vermag. Als Streifzug durch die deutsche Sprach- und Kulturgeschichte ist das Buch deshalb ein Muss für jeden Freund der deutschen Sprache.

Das Buch ist in acht Kapiteln unterteilt, in denen sich Gutknecht jeweils mit einem anderen Thema auseinandersetzt:

  1. Politik und Presse (Seiten 16 bis 49)
  2. Die Gesellschaft – oben und unten (Seiten 50 bis 80)
  3. Zeitfaktoren (Seiten 81 bis 99)
  4. Sinn und Unsinn (Seiten 100 bis 117)
  5. Emotionen (Seiten 118 bis 129)
  6. Charaktere (Seiten 130 bis 156)
  7. Sprechen und Argumentieren (Seiten 157 bis 180)
  8. Metaphern aus der Küche (Seiten 181 bis 205)

Der kurze Anmerkungsapparat wird gefolgt von einem neunzehnseitigen Literaturverzeichnis, einem Personenregister und den Bildnachweisen, die immerhin einundzwanzig Fotos, Gemälden, Karikaturen und Zeichnungen umfassen, mit denen Gutknecht seinen Text illustriert. Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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