Im Angebot des Supermarkts
Der Sarg ist auch nicht mehr das, was er einmal war
Bentonville (Arkansas): Obwohl doch die Vereinigten Staaten von Amerika ziemlich weit weg von Europa und Deutschland sind, werden Bestattungsunternehmer gleichwohl hellhörig und ein wenig nervös, nachdem der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart eine neue Verkaufsnische entdeckt zu haben glaubt, und seinen Kunden neuerdings auch Särge zum Kauf anbietet. Die skurrile Verkaufsidee findet bei praktisch denkenden Amerikanern durchaus Anklang, doch zeigen sich vor allem traditionelle Bestatter hierzulande irritiert. "Ich halte es für ein mehr als schwieriges Unterfangen für Wal-Mart, Kunden Särge zu verkaufen. Eine umfassende und vor allem sachkompetente Beratung ist nur durch die Bestatter selbst möglich", sagt Rolf Lichtner, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter auf Nachfrage der Agentur pressetext. Dem Branchenexperten nach würden ausgebildete Dienstleister zudem den Vorteil bieten, vertraute Begleiter im Trauerfall zu sein. Immerhin: Viele Bestatter sehen in den Wal-Mart-Särgen durchaus Konkurrenz heraufziehen; andere wiederum vermuten, dass es dem Handelsriesen schwer fallen wird, in dem traditionellen Geschäft Fuß zu fassen. Und wie gesagt: die USA sind weit.
Mit dem reinen Verkauf von Särgen will es Wal-Mart jedoch ohnehin nicht bewenden belassen und bietet bereits als ersten Schritt entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten an. Wie die britische BBC berichtet, sollen Kunden auch die Option haben, den Sarg innerhalb eines Jahres ohne Zinsen abzuzahlen. Das Sortiment sei allerdings nur ein "begrenzter Test, um die Reaktion der Kunden zu prüfen", lässt Wal-Mart auf Medienfragen antworten. Das Angebot reicht von sogenannten "Mom" oder "Dad Remembered" Sargausführungen aus Stahl zum Preis von 895 Dollar bis hin zu Särgen, die aus Bronze gefertigt und dementsprechend teurer (2.899 Dollar) zu erwerben sind. (pte)



















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