In memoriam: Miep Gies
Amsterdam. Die Frau, die das Tagebuch der Anne Frank für die Nachwelt rettete, ist gestern Abend gestorben. Miep Gies, die bekannteste Helferin der Untergetauchten im Hinterhaus an der Prinsengracht 263 in Amsterdam, wurde 100 Jahre alt. Die gebürtige Wienerin hinterlässt einen Sohn, eine Schwiegertochter und drei Enkelkinder.
Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz wurde am 15. Februar 1909 geboren und kam im Alter von elf Jahren in die Niederlande. Ab 1933 arbeitete sie als Sekretärin Otto Franks bei dessen Handelsfirma, die Geliermittel zur Marmeladenherstellung vertrieb. Im Krieg versorgte sie zusammen mit anderen Helfern den im Hinterhaus untergetauchten Familien Frank und van Pels sowie Fritz Pfeffer täglich mit Lebensmitteln.
Nach der Verhaftung der Untergetauchten am 4. August 1944 nahm Miep Gies Anne Franks Tagebuchaufzeichnungen an sich, die sie nach dem Krieg dem aus Auschwitz zurückgekehrten Otto Frank übergab. Das Tagebuch der Anne Frank zählt heute zu den berühmtesten Büchern der Welt. 1994 erhielt Miep Gies das Bundesverdienstkreuz, im Jahr darauf die Yad-Vashem-Medaille. Zudem ernannte die niederländische Regierung sie zum "Ritter im Orden von Oranje-Nassau".



















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