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09. Februar 10

Geburtstag: Alban Berg, Komponist (1885)
Todestag: Karl Valentin, Komödiant (1948)
Heiliger des Tages: Apollonia, Jungfrau (Patronin der Zahnärzte)
Weiteres zum Tage: Im Vatikanstaat wird die Republik ausgerufen (1849)

Zitat des Tages
"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde."

KARL VALENTIN
'Die Fremden' (Dialog aus dem Jahr 1940, u.a. in: Das Beste von Karl Valentin, herausgegeben von Elisabeth Veit, München 2002, Seiten 36 bis 38)

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163 posts categorized "Wissenschaft"

27. Januar 10

Das Lachen der Menschen

Tiefe evolutionäre Wurzeln der universellen „Weltsprache“ 

„In seinem Lachen liegt der Schlüssel, mit dem wir den ganzen Menschen entziffern.“ (Thomas Carlyle, Philosoph und Historiker). 

London (pte): Alle Menschen verstehen einander, wenn sie Freude, Wut, Angst und Trauer ausdrücken. Das behaupten Neurobiologen vom Londoner University College www.ucl.ac.uk in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Science. In Großbritannien und bei den Himba, einem Naturvolk im Norden Namibias, stellten sie fest, dass Hörbeispiele dieser Emotionen auch dann richtig interpretiert werden, wenn diese aus fremden Kulturen stammen. Die Forscher um Sophie Scott spielten den teilnehmenden Personen beider Kulturen eine kurze Geschichte in ihrer Sprache vor, die auf eine spezielle Emotion abzielten. Da ging es zum Beispiel um die Traurigkeit einer Person, deren naher Verwandter vor  kurzem verstorben ist. Am Ende der Geschichte hörten die Probanden zwei Geräusche – etwa ein Lachen und ein Weinen – wobei die englischen Versuchspersonen die Gefühlsausdrücke der Himba hörten und umgekehrt. Schließlich sollten sie sagen, welches Geräusch am besten zur Geschichte passte. 

Am besten erkannten beide Versuchsgruppen das Lachen wieder und gaben an, es sei Ausdruck von Freude und könne etwa auch entstehen, wenn man gekitzelt wird. "Wir vermuten, dass das Lachen überall mit dem Kitzeln zusammenhängen kann. Es spiegelt Freude am körperlichen Spiel wieder", so die Autoren. Lachen habe somit tiefe evolutionäre Wurzeln, die vielleicht aus der spielerischen Kommunikation zwischen kleinen Kindern und ihren Müttern stammen. Ersichtlich sei dies auch bei anderen Tieren – etwa bei Primaten wie beim Schimpansen und bei bestimmten Säugetieren. 

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25. Januar 10

Verdammt viel Glück gehabt

Der Urahn des Menschen war vom Aussterben bedroht 

Salt Lake City/Leipzig (pte): Könnte man mit einer Zeitmaschine 1,2 Mio. Jahre in die Vergangenheit reisen, stünden die Chancen äußerst gering, dabei einen Vertreter des damals lebenden Homo erectus zu finden. Humangenetiker der University of Utah (www.utah.edu) berichten jetzt im Fachmedium  „Proceedings of the National Academy of Science", dass es in dieser Zeit nur rund 20.000 Frühmenschen gegeben haben dürfte, wenngleich sie sich damals bereits über Afrika, Asien und Europa verbreitet hatten. "Nicht nur unsere Spezies Homo sapiens, sondern auch unsere Vorfahren waren über lange Zeit kurz vor dem Aussterben", erklärt Studienautor Lynn Jorde. 

Grundlage für diese Aussage ist die extrem geringe genetische Vielfalt des Menschen, vergleicht man ihn mit anderen lebenden Primaten. Ein bisheriges Erklärungsmuster dafür sind Engpässe im Laufe der Geschichte, bei denen ein Großteil unserer Urahnen getötet oder fortpflanzungsunfähig wurde. Solche Ereignisse könnten etwa die Auswanderung aus Afrika oder der Ausbruch des Super-Vulkans Toba in Indonesien darstellen, der vor 70.000 Jahren einen weltweiten nuklearen Winter ausgelöst haben dürfte. 

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15. Dezember 09

Stress ist ein alter Hut

Einblicke in das tägliche Leben der Antike 

London/Wien (pte): Jüngsten Studien zufolge leidet jeder dritte US-Bürger an Stress, Tendenz ist weiter steigend. Ähnlich ist die Situation auch in anderen Industrieländern. Doch Stress ist beileibe kein neues Phänomen, sondern – wie nun Forscher der University of Western Ontario (www.uwo.ca) im Journal of Archaeological Science berichten – schon mindestens 1000 Jahre alt. Cortisol-Spuren in den Haaren von Peruanern, die zwischen 550 und 1532 gelebt haben, machen das deutlich. Wenn Menschen unter Stress stehen – egal aus welchen Gründen – wird das Hormon Cortisol in fast jedem Teil des Körpers inklusive   Blut, Speichel, Urin und Haar ausgeschüttet. „Die Untersuchungen sind deshalb wichtig, weil uns das einen Einblick ins tägliche Leben der Antike bietet und zudem dafür sorgt, dass wir Stress besser verstehen und lernen damit umzugehen", so Studienautorin Emily Webb. 

„Ein total stressfreies Leben kann es eigentlich nicht geben", meint dazu der Psychologe Boris Zalokar im pressetext-Interview. Stress sei primär auf der individuellen Bewertungsebene zu Hause. „Die wesentliche Frage ist die des Umgangs mit diesem Stress", so der Experte. „Wenn man Stress hat, geht man nicht gleich unter. Der Körper kann einige Zeit unter diesem Stress, der die Ausschüttung solcher Botenstoffe bewirkt, leben." Problematisch werde es allerdings dann, wenn es keine Ruhe und Regenerierungsphasen gibt. „Sieht man sich mit schwerwiegenden Aufgaben konfrontiert, die mit eigenen und fremden Ressourcen nicht lösbar sind, hat das sicherlich Folgewirkungen", so Zalokar. „Typische Erscheinungen sind etwa Magengeschwüre, Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie Erschöpfungszustände, Angst oder Depressionen." 

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04. November 09

Brodelnder Gasball

Sunrise-Teleskop liefert spektakuläre Aufnahmen der Sonne 

Katlenburg-Lindau/Wien: Sonnenuntergänge sind für viele Fotografen immer wieder ein reizvolles Motiv und Thema. Für Wissenschaftler reicht es nicht, sich an einem solchen Schauspiel zu berauschen. Sie wollen mehr wissen über das, was sich auf der Oberfläche unserer Sonne abspielt. Und sie werden bei ihren Untersuchungen auch fündig, denn auf der Sonne brodelt es. Gaspakete steigen auf und ab und verleihen der Sonne ihre körnige Oberfläche, die Granulation. Viele dunkle Flecken erscheinen dann  und verschwinden auch wieder, Materiewolken züngeln nach oben – und hinter allem stecken Magnetfelder als Motoren. 

Das Ballonteleskop „Sunrise“, ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau mit Partnern in Deutschland, Spanien und den USA, hat nun Bilder geliefert, die das komplexe Wechselspiel auf der sichtbaren Sonnenoberfläche mit bisher unerreichter Detailauflösung zeigen. Das größte Teleskop zur Erforschung der Sonne, das je die Erde verlassen hat, war am 8. Juni 2009 von der Europäischen Weltraumbasis Esrange bei Kiruna in Nordschweden aufgestiegen. Das Startgewicht der gesamten Ausrüstung betrug mehr als sechs Tonnen. Getragen von einem gigantischen Heliumballon mit einem Fassungsvermögen von einer Million Kubikmetern und einem Durchmesser von etwa 130 Metern, erreichte „Sunrise“ eine Flughöhe von 37 Kilometern über dem Erdboden.

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29. Oktober 09

Kleiner Brocken, großer Knall

Wie aus einem „Handteller“ das All entstanden sein soll 

Moskau: Wieder einmal gibt es eine neue Hypothese zum Urknall, der Entstehung des Universum sowie seiner ursprünglichen Größe vor dem Big Bang. Wie der Astrophysiker John Mather – Nobelpreisträger und Mitarbeiter des Goddard Space Zentrums der NASA  – in einer Online-Vorlesung sagte, sei "ein kleineres  Stück Materie, etwa zehn Zentimeter groß, möglicherweise zu dem sich erweiternden Universum geworden, das wir heute beobachten können. Dies erscheint unglaubwürdig, aber das ist die einzige Theorie, mit der sich alle Aspekte erklären lassen", sagte Mather. Er sprach von einem handtellergroßen Ursprungsprodukt. Der Wissenschaftler verwies i diesem Zusammenhang darauf, dass der Schöpfer der Relativitätstheorie, Albert Einstein, ganz am Anfang nicht an die Erweiterung des Weltalls geglaubt hatte und sich erst später durch Beweise des russischen Mathematikers Alexander Fridman und dann durch Studien anderer Wissenschaftler davon überzeugen ließ, dass das All nicht stationär sein kann. 

Auf die Frage eingehend, wieso das ganze Universum vor dem Urknall einen so geringen Umfang hatte haben können, sagte der Forscher, das All bestehe im Grunde genommen aus Vakuum. "Die Sterne befinden sich in sehr großen Abständen zueinander. Die Atome sind ebenfalls faktisch leer, denn der Atomkern ist sehr gering im Vergleich zum Atom selbst. Berechnungen haben ergeben, dass es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass das gesamte Universum aus einem Stück primärer Materie von sehr geringem Umfang hervorgegangen ist", sagte Mather. Ihm zufolge hat das Projekt für das zukünftige Weltraum-Teleskop "James Webb", an dem er mitwirke, zum Ziel, "eine Blick zurück in die Vergangenheit zu richten" und den Urknall nachzuvollziehen.

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01. Oktober 09

Frau Luna ist unschuldig

Der Mond ist schuld. Davon zumindest sind auch heute noch viele Menschen überzeugt. Schlaflosigkeit, Gliederschmerzen, Migräne - alles die Schuld des Mondes. Oder doch nicht? Eine wissenschaftliche Begründung für diese Einstellung gibt es jedenfalls nicht. Falls aber jemand der offensichtlich weit verbreiteten Annahme anhängt, die Vollmondphase verringere die Überlebenschancen von Patienten nach einer Herz-Operation, dem sei gesagt: Nein, auch das stimmt nicht.

Das geht aus einer Studie hervor, die in der Zeitschrift Anesthesiology veröffentlicht wurde. Die Verfasser haben dabei 18 000 chirurgische Eingriffe am Herzen analysiert, die zwischen 1993 und 2006 im medizinischen Zentrum Cleveland durchgeführt worden waren und zum Ziel hatten, den Blutstrom in eine neue Arterie zu leiten. Die Mitarbeiter des Zentrums, Allen Bashour und Daniel Sessler, versuchten mit Hilfe ihrer Kollegen, den Einfluss des Vollmondes auf Todesrisiken bei Operationen und Herzanfällen kurz danach sowie auf die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und anderer Faktoren zu ermitteln. "Es gibt keine wissenschaftliche Begründung für die Legenden über den Einfluss des Mondes auf das Befinden der Menschen. Wir hatten auch nicht damit gerechnet, irgendwelche Gesetzmäßigkeiten festzustellen, die mit dem Mondphasen-Zyklus verbunden wären", sagte Bashour.

Freilich soll nicht ungesagt bleiben, dass der Mondphasen-Wechsel tatsächlich einige Lebensaspekte der Menschen beeinflussen kann. So haben Umweltschützer herausgefunden, dass der Verschmutzungsgrad der Meeresstrände im Zusammenhang mit dem Mondphasen-Zyklus steht, von dem die Flutwellenstärke abhängt. Laut Beobachtungen von Medizinern steigt auch die Zahl der Notarztrufe für Menschen und Haustiere am Vollmondtag und an den beiden Tagen davor und danach durchschnittlich um 20 Prozent an. Dieses Phänomen wird allerdings damit erklärt, dass wegen der allgemein längeren Spaziergänge von Mensch und Hund im hellen Schein des Vollmondes auch die Verweildauer im Freien entsprechend zunehme.

16. März 09

Gott fährt nur noch mit der Bahn (II)

Buskampagne Die Briten haben es vorgemacht, jetzt sind die Deutschen an der Reihe. SPON, JW und FR berichten über die neue Kampagne der Atheisten, die inzwischen auch in Deutschland angelaufen ist.

Wer Lust hat, kann die Aktion mit einer Spende unterstützen.

Wer an Gott glaubt, darf sich schon jetzt darauf freuen, was der Allmächtige mit den gottlosen Horden wohl anstellen wird.

14. Januar 09

Gott fährt nur noch mit der Bahn

In Großbritannien ist die Kampagne schon ein durchschlagender Erfolg. Auf 800 Bussen wird seit einigen Tagen die frohe Botschaft verkündet, dass es wahrscheinlich keinen Gott gebe, man sich also auch keine Sorgen zu machen brauche und lieber sein Leben genießen solle.

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© Jon Worth / British Humanist Association

Initiatorin ist die freie Journalisten Ariane Sherine, die am 20. Juni 2008 im Guardian einen Artikel veröffentlichte, dessen Wirkung sie wohl völlig falsch eingeschätzt hatte. Die Spendenbereitschaft war nämlich unerhört hoch, 135 000 britische Pfund sind inzwischen zusammengekommen – offensichtlich auch dank der Unterstützung solch prominenter Persönlichkeiten wie Richard Dawkins (Autor von Der Gotteswahn).

Auch in Deutschland wird inzwischen munter über Gott und die Welt philosophiert, nicht nur bei SPON, sondern auch in diversen Blogs (Dignitatis, Brights). Werden wir also die frohe Botschaft demnächst auch hierzulande lesen können?

12. Januar 09

Die Tänzerin

Diese Frage wollten wir schon immer beantwortet wissen: Welche Seite des Gehirns benutzt man häufiger, die linke oder die rechte? Ein kleiner Test mag dabei helfen: Dreht sich die Tänzerin im Uhrzeigersinn oder dreht sie sich gegen ihn?

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Dreht sie sich im Uhrzeigersinn, dann benutzt man die rechte Seite des Gehirns häufiger als die linke. Im umgekehrten Falle ist's natürlich genau andersherum. (Siehe auch hier).

22. Mai 08

Funken Außerirdische mit Neutrinos?

images.jpegSeit den ersten Versuchen des Astronomen Frank Drake in 1960 suchen Wissenschaftler weltweit mal mehr, mal weniger intensiv, nach Botschaften au0erirdischer Zivilisationen. Bisher war all diesen Versuchen kein Erfolg beschieden. Das liegt daran, dass bisher ausschließlich nach elektromagnetischen "Funk"-Signalen gesucht wurde. Viel wahrscheinlicher ist die Kommunikation mit Hilfe von Neutrinos - einer Art von Elementarteilchen.

So zumindest lautet die Hypothese, die der Neutrinoforscher John Learned von der Universität Hawaii zusammen mit einigen Kollegen in dem Papier "Galactic Neutrino Communication" aufgestellt hat (arXiv:0805.2429v1).

"Bisher wurde bei der Suche davon ausgegangen, dass die Übermittlung von Informationen mit Photonen im Radio- oder optischen Spektrum erfolgt. Wir schlagen vor, dass es sinnvoller ist nach einem von Neutrinos übermittelten Signal zu suchen.", schreiben die Autoren.

Neutrinos haben den Nachteil, dass sie, aufgrund ihrer geringen Masse und schwachen Wechselwirkung mit anderen Teilchen, sehr schwer zu empfangen sind. Andererseits ist dies ein entscheidender Vorteil gegenüber elektromagnetischen Wellen. Neutrinos können praktisch beliebige Hindernisse überwinden und werden im Gegensatz zu den Photonen des elektromagnetischen Spektrums nicht abgelenkt, zerstreut oder aufgehalten.

Zusätzlich ist das Verhältnis zwischen Signal und Rauschen bei Neutrinos im Grössenordnungen besser als bei Photonen. Zur Kommunikation könnten Außerirdische Neutrinos von höherer Energie nutzen, die in natürlicher Form nicht vorkommen. Dagegen ist das Universum geradezu "verschmutzt" mit Photonen, was es sehr schwer macht ein künstliches Signal überhaupt wahrzunehmen.

Zivilisationen, die technisch nur ein wenig weiter sind als unsere, könnten derartige Signale erzeugen und auf diese Weise Informationen im Umfang von etwa 1000 Seiten Text pro Jahr übertragen.

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